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Zum ersten Mal beim Iyengar Yoga? Alles, was du vor deiner ersten Stunde wissen solltest

Zum ersten Mal beim Iyengar Yoga? Alles, was du vor deiner ersten Stunde wissen solltest

Das Ende des Sommers weckt oft die Lust auf einen Neuanfang. Wir kehren in unseren Alltag zurück, Yogastudios starten mit neuen Kursen und vielleicht denkst auch du schon seit einiger Zeit: „Dieses Jahr fange ich wirklich mit Yoga an.“

Doch wenn du noch nie an einer Yogastunde teilgenommen hast, kommen schnell die ersten Fragen auf. Welche Yoga-Richtung soll ich wählen? Muss ich beweglich sein? Was soll ich anziehen? Kann ich mit den anderen mithalten? Und wozu dienen all die Yogablöcke, Yogagurte, Decken, Bolster und Stühle, die ich in einem Yogastudio sehe?

Bevor du beginnst, solltest du vor allem eines wissen: Du musst weder besonders beweglich noch kräftig sein und auch keine Yogahaltungen kennen, um mit Yoga anzufangen. Du kommst nicht zum Yoga, weil dein Körper bereits bestimmte Dinge kann. Du kommst, um deinen Körper besser kennenzulernen.

Im Iyengar Yoga werden die Haltungen Schritt für Schritt erlernt, mit präzisen Anweisungen, genauer Beobachtung des Körpers und, wenn nötig, mit Unterstützung von Yoga-Hilfsmitteln. Sie sind nicht dazu da, die Haltung für dich zu übernehmen. Sie helfen dir, Stabilität zu finden, Bewegungsrichtungen besser zu verstehen und eine Haltung an deinen Körper anzupassen.

Wenn du über deine erste Yogastunde nachdenkst, haben wir einen praktischen Leitfaden für dich zusammengestellt. Wir erklären, was Iyengar Yoga ist, wie die erste Stunde abläuft, was du für den Einstieg brauchst und warum Hilfsmittel in dieser Methode eine so wichtige Rolle spielen. Vor allem beantworten wir die Fragen, die sich viele Anfänger stellen, bevor sie zum ersten Mal ihre Yogamatte betreten.

 

Was ist Iyengar Yoga?

Iyengar Yoga ist eine von B. K. S. Iyengar entwickelte Yogamethode. Er zählt zu den einflussreichsten Yogalehrern des 20. Jahrhunderts. Die Methode basiert auf dem präzisen Erlernen der Asanas, der bewussten Ausrichtung des Körpers, sorgfältig aufgebauten Übungssequenzen und einem schrittweisen Fortschritt in der Praxis.

Im Unterricht geht es nicht nur darum, eine bestimmte Haltung einzunehmen. Entscheidend ist, wie du in die Haltung kommst, wie du darin arbeitest und was dabei in deinem Körper geschieht. Die Lehrperson demonstriert die Haltung, gibt klare Anweisungen und lenkt die Aufmerksamkeit auf die Arbeit einzelner Körperbereiche. Durch regelmäßiges Üben entwickelst du nicht nur Beweglichkeit, sondern auch Stabilität, Kraft, Gleichgewicht, Körperbewusstsein und Konzentration.

Ein besonders charakteristisches Merkmal des Iyengar Yoga ist die Verwendung von Yoga-Hilfsmitteln. Yogablöcke, Yogagurte, Decken, Bolster, Stühle und andere Hilfsmittel ermöglichen es, eine Haltung entsprechend den aktuellen Möglichkeiten und Bedürfnissen des eigenen Körpers zu erforschen. Manchmal bringt ein Hilfsmittel den Boden näher, ein anderes Mal unterstützt es eine bessere Ausrichtung oder hilft dabei, länger in einer Haltung zu bleiben und sie genauer zu beobachten.

Dieser Ansatz macht Iyengar Yoga auch für Menschen ohne Yogaerfahrung zugänglich. Du musst deinen Körper nicht in eine Haltung zwingen. Eine gute Lehrperson findet einen Weg, die Haltung an den Körper anzupassen, der an diesem Tag vor ihr steht.

Wenn du mehr über B. K. S. Iyengar, sein Leben, die Entwicklung seiner Methode und die Entstehung der Yoga-Hilfsmittel erfahren möchtest, kannst du hier weiterlesen.

 

Ist Iyengar Yoga für Anfänger geeignet?

„Ich bin nicht beweglich genug für Yoga.“ Das ist eine der häufigsten Sorgen vor der ersten Yogastunde. Doch Beweglichkeit ist keine Voraussetzung, um anzufangen. Iyengar Yoga eignet sich besonders gut für Anfänger, weil die Haltungen Schritt für Schritt, mit klaren Anweisungen und großer Aufmerksamkeit für eine präzise Ausführung erlernt werden.

Es spielt keine Rolle, wie weit du kommst oder ob du dasselbe kannst wie die Person auf der Yogamatte neben dir. Viel wichtiger ist, wie du in der Haltung arbeitest und was du dabei über deinen Körper lernst.

Dabei können Yoga-Hilfsmittel unterstützen. Ein Yogablock kann den Boden näherbringen, ein Yogagurt deine Reichweite verlängern und eine Decke oder ein Bolster dem Körper die nötige Unterstützung geben. So lassen sich die Haltungen an unterschiedliche Körper und Fähigkeiten anpassen.

Für deine erste Stunde brauchst du weder Vorkenntnisse noch besondere Beweglichkeit oder eine ausgezeichnete Kondition. Du brauchst nur die Bereitschaft, anzufangen.

 

Wie läuft die erste Iyengar-Yogastunde ab?

Wenn du zum ersten Mal an einer Iyengar-Yogastunde teilnimmst, komm am besten ein paar Minuten früher und informiere die Lehrperson über mögliche Verletzungen, Schmerzen oder andere Einschränkungen, die deine Praxis beeinflussen könnten.

Die Stunde beginnt in der Regel in der sitzenden Haltung Svastikasana. Wenn dir das Sitzen auf dem Boden schwerfällt, kannst du dich auf eine gefaltete Schaumstoffunterlage, eine Decke oder ein Bolster setzen. Dadurch entsteht eine stabilere Basis und es wird leichter, die Wirbelsäule aufrecht und gut ausgerichtet zu halten. Zu Beginn wird dreimal Om gesungen. In einigen Iyengar-Yogaschulen folgt anschließend die Anrufung Patanjalis, mit der die Praxis traditionell eröffnet wird.

Anschließend führt die Lehrperson die Gruppe schrittweise durch ausgewählte Asanas. Die Haltung wird zunächst demonstriert und erklärt, danach übst du sie selbst. Du erhältst klare Anweisungen und wiederholst eine Haltung möglicherweise mehrmals, wobei du mit jedem Versuch etwas Neues entdecken kannst.

Die Stunde endet in der Regel mit Savasana, der Entspannungshaltung, in der der Körper nach der Praxis zur Ruhe kommen kann.

 

Wie ist eine Iyengar-Yogastunde aufgebaut?

Eine Iyengar-Yogastunde dauert in der Regel etwa 90 Minuten. Das bedeutet jedoch nicht, dass du die ganze Zeit einfach von einer Haltung zur nächsten wechselst. Ein wichtiger Bestandteil der Methode ist die Abfolge der Asanas, das sogenannte Sequencing. Die Haltungen werden bewusst ausgewählt und angeordnet, sodass eine Asana den Körper auf die nächste vorbereitet.

Oft hat eine Yogastunde einen bestimmten Schwerpunkt. Mal stehen stehende Haltungen im Mittelpunkt, ein anderes Mal sitzende Asanas und Vorwärtsbeugen, Drehungen oder Rückwärtsstreckungen. Mit der Zeit werden auch Umkehrhaltungen wie Salamba Sarvangasana (Schulterstand) und Salamba Sirsasana (Kopfstand) schrittweise eingeführt.

Und wenn dir Sirsasana in deiner ersten Stunde völlig unmöglich erscheint, keine Sorge. Im Iyengar Yoga lernt man den Kopfstand nicht über Nacht. Zunächst lernst du die notwendigen Aktionen, entwickelst Stabilität in Schultern und Armen und übst vorbereitende Haltungen. Wenn du bereit bist, führt dich deine Lehrerin oder dein Lehrer Schritt für Schritt und sicher an die Haltung heran, bei Bedarf mit Unterstützung einer Wand und Yoga-Hilfsmitteln.

Genau darin liegt eine der Besonderheiten des Iyengar Yoga: Du lernst nicht nur einzelne Haltungen, sondern auch, wie sie miteinander verbunden sind und wie eine durchdachte Abfolge die Wirkung der gesamten Praxis beeinflussen kann.

 

Warum verwenden wir im Iyengar Yoga so viele Hilfsmittel?

Wenn du zum ersten Mal ein Iyengar-Yogastudio betrittst, bist du vielleicht überrascht, wie viele Hilfsmittel dort zu finden sind: Yogablöcke, Yogagurte, Decken, Bolster, Schaumstoffunterlagen, Stühle und Seile. Sie sind nicht dazu da, die Haltungen für uns zu übernehmen oder die Praxis einfach nur leichter zu machen.

Ein Hilfsmittel hilft uns, eine Haltung präziser auszuführen und an den eigenen Körper anzupassen. Wenn die Hand in Trikonasana den Boden nicht erreicht, kann sie auf einem Yogablock abgestützt werden, um eine bessere Ausrichtung zu ermöglichen. Ein Yogagurt verlängert unsere Reichweite, eine Decke oder Schaumstoffunterlage schafft die nötige Höhe und ein Bolster unterstützt den Körper in Haltungen, in denen wir länger verweilen möchten.

B. K. S. Iyengar entwickelte den Einsatz von Hilfsmitteln über viele Jahrzehnte hinweg, um die Praxis für unterschiedliche Körper, Altersgruppen und Fähigkeiten zugänglich zu machen. Wichtig ist jedoch: Hilfsmittel sind nicht nur für Anfänger gedacht. Auch erfahrenen Praktizierenden können sie helfen, eine Haltung präziser, tiefer und aus einer neuen Perspektive zu erforschen.

 

Welche Hilfsmittel wirst du am häufigsten verwenden?

Für den Anfang brauchst du keinen ganzen Raum voller Yoga-Hilfsmittel. Einige grundlegende Hilfsmittel wirst du jedoch in fast jeder Iyengar-Yogastunde verwenden:

  • Eine Yogamatte bildet die Grundlage der Praxis. Eine stabile, rutschfeste Oberfläche sorgt für guten Halt und unterstützt die korrekte Positionierung von Füßen und Händen.
  • Yogablöcke bringen den Boden näher und bieten dort Unterstützung, wo sie benötigt wird. Sie kommen in stehenden, sitzenden und vielen anderen Asanas zum Einsatz, deshalb ist es sinnvoll, zwei zu haben.
  • Ein Yogagurt funktioniert wie eine Verlängerung der Arme. Er hilft, wenn du die Füße oder einen anderen Körperbereich noch nicht erreichst, und unterstützt dabei, den richtigen Abstand und die richtige Ausrichtung in einer Haltung beizubehalten.
  • Decken und Schaumstoffunterlagen schaffen Höhe und Unterstützung und helfen dabei, den Körper passend auszurichten.
  • Ein Bolster bietet eine großflächige und stabile Unterstützung und wird häufig in unterstützten Haltungen, beim Pranayama und in der regenerativen Praxis eingesetzt

Mit diesen grundlegenden Hilfsmitteln hast du bereits eine sehr gute Basis, um auch deine Iyengar-Yogapraxis zu Hause aufzubauen.

 

Was ist bei Verletzungen, Schmerzen oder während der Menstruation?

Schmerzen im unteren Rücken, ein empfindlicher Nacken, Knieprobleme oder eine ältere Verletzung bedeuten nicht automatisch, dass Yoga nicht für dich geeignet ist. Wichtig ist jedoch, dass du die Lehrperson vor Beginn der Stunde über deine Beschwerden informierst. So können bestimmte Haltungen angepasst, zusätzliche Hilfsmittel eingesetzt oder alternative Varianten einer Asana angeboten werden. Gerade hier zeigt sich der besondere Wert der Hilfsmittel, denn sie ermöglichen es, die Praxis an den Körper anzupassen und nicht umgekehrt.

Bei ernsthafteren Verletzungen, akuten Schmerzen, einem Bandscheibenvorfall oder während der Genesung nach einer Operation solltest du vor Beginn der Praxis mit deinem Arzt und deiner Yogalehrperson sprechen. Eine reguläre Gruppenstunde ist nicht immer die beste Wahl. In manchen Fällen kann eine Einzelstunde oder therapeutisch ausgerichtete Iyengar-Yogapraxis geeigneter sein.

Und während der Menstruation?

Die Menstruation bedeutet nicht automatisch, dass du auf deine Yogastunde verzichten musst. Informiere deine Lehrperson darüber, dass du menstruierst, denn im Iyengar Yoga wird die Praxis während dieser Zeit entsprechend angepasst. Anstelle intensiverer Haltungen und Umkehrhaltungen kann eine ruhigere, stärker unterstützte Praxis mit sitzenden Haltungen, Vorwärtsstreckungen und Supta-Haltungen gewählt werden.

Wenn du einen anstrengenden Tag hinter dir hast oder dich einfach müde fühlst, kann eine solche Praxis besonders wohltuend sein. Bolster, Decken, Stühle und andere Hilfsmittel geben dem Körper in den Haltungen Unterstützung. An einem solchen Tag geht es nicht darum, möglichst viel zu leisten, sondern darum, auf den eigenen Körper zu hören und die Praxis an seine Bedürfnisse anzupassen.

 

Was solltest du zum Iyengar Yoga anziehen?

Für deine erste Stunde brauchst du keine spezielle Yogakleidung. Wichtig ist vor allem, dass deine Kleidung bequem, atmungsaktiv und körpernah genug ist, damit du dich frei bewegen kannst und deine Lehrerin oder dein Lehrer die Ausrichtung deines Körpers gut erkennen kann. Ein Baumwoll-T-Shirt mit Leggings oder Shorts ist eine gute Wahl. Yoga wird barfuß praktiziert.

Wenn du regelmäßig Iyengar Yoga übst, werden dir schnell die charakteristischen Shorts auffallen, die viele Lehrende und Praktizierende tragen. Ihre Form ist kein Zufall. Da die präzise Ausrichtung ein wichtiger Bestandteil der Methode ist, sollte die Lehrerin oder der Lehrer die Position der Knie und Oberschenkel sowie die Ausrichtung der Beine gut erkennen können, um dich entsprechend anzuleiten.

Wenn du wissen möchtest, warum diese Shorts zu einem so typischen Bestandteil des Iyengar Yoga geworden sind, kannst du hier mehr über ihre Geschichte und Verwendung erfahren.

 

Wenn Yoga auch zu Hause einzieht

Wenn du mit Iyengar Yoga beginnst, kann schnell etwas Unerwartetes passieren: Nach ein paar Stunden möchtest du vielleicht auch zu Hause üben. Plötzlich wirkt die Yogamatte in der Ecke des Wohnzimmers gar nicht mehr ungewöhnlich, und zwei Yogablöcke und ein Yogagurt bekommen dort vielleicht ihren festen Platz.

Für deine Praxis zu Hause brauchst du nicht die gesamte Ausstattung eines Yogastudios. Für den Anfang reichen einige grundlegende, hochwertige Hilfsmittel, mit denen du die Haltungen wiederholen kannst, die du im Unterricht gelernt hast, und deine eigene Praxis zwischen den Stunden Schritt für Schritt weiterentwickelst.

Damit du nicht jedes Hilfsmittel einzeln auswählen musst, haben wir bei RunToYoga Sets mit Yoga-Hilfsmitteln zusammengestellt, die eine praktische Grundausstattung für unterschiedliche Arten der Praxis bieten. So kannst du ein Set auswählen, das zu deiner Praxis passt, und es später bei Bedarf ergänzen.

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